Wurzelbehandlung – Häufige Fragen2018-03-07T12:02:52+00:00

Wurzelbehandlung
Häufige Fragen

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Zahnwurzeln können auf unterschiedliche Weise geschädigt werden. Die häufigste Form ist eine tiefe Karies, bei der Bakterien bis zum Zahnnerv vordringen und ihn schädigen. Diese Gefahr besteht z. B. auch bei alten, undichten Füllungen. Darüber hinaus kann eine Parodontitis, bei der Zahnhälse freiliegen und Angriffspunkte für Bakterien bieten, Auslöser für die Entzündung der Zahnwurzel sein. Weiter kommen Unfälle in Frage, bei denen der Zahn abbricht oder Risse im Dentin entstehen.
Wenn Schmerzen bei Genuss von Süßem, Heißem oder Kaltem lange anhalten, deutet das auf eine Entzündung der Zahnwurzel hin. Bei einer akuten Entzündung schmerzt sogar der Kieferknochen, wenn man z. B. von außen dagegen drückt. Das Kauen, bei dem ebenso mechanischer Druck auf den Zahn entsteht, ist auch von Schmerzen begleitet. Desweitenren können wir anhand eines Methylmercaptan Test die Aktivität einer symptomlosen, jedoch aktiven Entzündung feststellen
Im Normalfall verschwinden die Schmerzen nach einer Wurzelbehandlung allmählich. Treten dennoch weiterhin Beschwerden auf oder kehren sie wieder, spricht das für eine tiefer greifende Entzündung der Zahnwurzel, als ursprünglich angenommen. Eventuell wird häufigeres Spülen mit anschließender medikamentöser Einlage erforderlich, die Gabe eines Antibiotikums, in seltenen Fällen auch eine Wurzelspitzenresektion oder die Wiederholung der Wurzelbehandlung.
Nach der Wurzelbehandlung ruht der Zahn zunächst für einige Zeit, bevor das Ergebnis per Röntgenbild kontrolliert wird. Bei einer erfolgreichen Wurzelbehandlung bildet sich der Entzündungsherd zurück. Im Anschluss an die (individuell festgelegte) Abheilphase wird der Zahn definitiv/endgültig versorgt. Das bedeutet dauerhafte ausreichende Stabilisierung des Zahns und absolute Abdichtung gegen Keime. Für die Versorgung kommt eine adhäsive Kompositfüllung, ein Onlay, eine Teilkrone oder eine Vollkrone in Frage. Je nachdem, wie viel Zahnsubstanz verloren gegangen und wie nötig eine zusätzliche Stabilisierung ist, damit der Zahn beim Abbeißen, Kauen usw. wieder vollkommen normal funktioniert.
Das beschriebene Prozedere zeigt, dass Wurzelkanalbehandlung und Revision sehr aufwendige Therapien sind, die Know-how, spezielles Instrumentarium und Geräte, Geduld, Präzision und vor allem viel Zeit erfordern. Bis zu drei Termine von ein bis drei Stunden können für eine Wurzelbehandlung notwendig sein.
Pauschalkosten gibt es hier nicht. Vielmehr orientieren sich die Kosten für eine Wurzelbehandlung an der individuellen Zahnsituation und am Aufwand, der zur Rettung des Zahnes betrieben werden muss. Hat ein Zahn beispielsweise mehrere Wurzelkanäle, die noch dazu stark gekrümmt oder schwer auffindbar sind, entstehen höhere Kosten als bei einem Zahn mit nur zwei, anatomisch einfachen Wurzelkanälen.
Die Wurzelkanalbehandlung nach neuesten Technologien und unter Einsatz modernster Geräte wird von den Kassen im Regelfall zu einem geringen Teil übernommen. Mehraufwand wird bei gesetzlich Versicherten gesondert vergütet. Auch bei privat Versicherten kann je nach Vertragsgestaltung ein Eigenanteil anfallen.