Mundgeruch

Nicht nur Sehen und Hören sind für uns wichtige Sinne, sondern auch das Riechen. Und kaum etwas anderes stört uns beim Kontakt zu Mitmenschen mehr, als wenn sie unangenehme Gerüche verbreiten. Oft führen wir das auf mangelnde Körperpflege zurück. Vielleicht reagieren wir deshalb besonders empfindlich, ja im Grunde sogar ablehnend, auf deutlich wahrnehmbaren Mundgeruch. Der Fachbegriff dafür lautet Halitosis. Doch obwohl Zahnärzte und Ärzte immer wieder um Aufklärung über Halitosis bemüht sind, führt das Thema nach wie vor ein Nischendasein.

Das Problem beginnt bereits damit, dass der Laie kaum sicher herausfinden kann, ob er unter Mundgeruch leidet. Käufliche Tests helfen wenig. Nur der Spezialist kann das feststellen. Er verfügt über notwendige professionelle Geräte und kann Keimtests durchführen. Mit Hilfe einer Geruchsprobe erkennt er außerdem das tatsächliche Ausmaß des Problems. Sollte es notwendig sein, zieht er für die Behandlung auch Kollegen aus anderen Fachbereichen hinzu.

Wie entsteht Mundgeruch überhaupt?

Dass wir nach dem Wie fragen, hat damit zu tun, dass fälschlicherweise noch immer angenommen wird, die Ernährungsweise und die Einnahme von Medikamenten könnten ursächlich für Mundgeruch sein. Tatsächlich sind diese Hintergründe aber Ausnahmefälle. Bei den allermeisten Betroffenen liegt eine übermäßige Keimbelastung von Zunge oder Zahnfleisch vor. Damit wird klar, dass es viel wichtiger ist, den Ort der Entstehung von Mundgeruch näher in Augenschein zu nehmen.

Mögliche Ursache 1 – die Zunge

Keine Zunge gleicht der anderen. Aber eines haben sie gemeinsam: An der Oberfläche sind sie rau und zerklüftet und bei weitem nicht so glatt wie die Mundschleimhaut. Beste Voraussetzungen für Keime und Bakterien. Sie finden überall Nischen, in denen sie sich ansiedeln können. Wenn also Keime auf der Zungenoberfläche nicht beseitigt werden, bildet sich Belag, der so genannte Biofilm. Er ist der perfekte Nährboden für unangenehme Gerüche.
Problemlösung: Gegen Mundgeruch, der auf der Zunge entsteht, lässt sich schnell Abhilfe schaffen. Die Zunge muss gereinigt werden. Ebenso regelmäßig wie die Zähne. Dafür gibt es spezielle Bürsten (Zahnbürsten lösen aufgrund ihrer Höhe schnell Würgereiz aus). Schaber sind zwar auch verwendbar, beseitigen das Problem aber nicht effizient, weil sie in der Regel nicht in die zerklüftete Zungenoberfläche gelangen.

Mögliche Ursache 2 – Zahnfleischtaschen

Wer unter einer Zahnfleischentzündung, einer Parodontitis, leidet, hat Zahnfleischtaschen. Hier sammeln sich Speisereste, die von den siedelnden Bakterien zersetzt werden und so für die Entstehung von Mundgeruch sorgen. Diese Bereiche können ausschließlich mit professionellem Instrumentarium gereinigt werden. Die Behandlung der Parodontitis ist demzufolge unerlässlich, wenn der Mundgeruch auf entzündetes Zahnfleisch zurückzuführen ist.
Problemlösung: Ihr Zahnarzt wird zunächst den Schwergrad der Erkrankung bestimmen und gemeinsam mit Ihnen ein individuelles Behandlungskonzept entwerfen. Unter Umständen ist sogar eine chirurgische Tiefenreinigung der Zahnfleischtaschen erforderlich.

Mögliche Ursache 3 – Mundtrockenheit

Auch reduzierter Speichelfluss kann zu unangenehmen Gerüchen aus dem Mund führen. Das spürt man besonders morgens nach dem Aufwachen. Aber auch wer tagsüber viel spricht und wenig trinkt, kennt dieses Problem.
Problemlösung: Ändern Sie Ihre Trinkgewohnheiten. Auch Kaugummikauen hilft.
Doch Mundtrockenheit entsteht auch bei Menschen, die unter Dauerstress leiden oder bestimmte Medikamente einnehmen.
Problemlösung: Für diese Betroffenen ist professionelle Hilfe erforderlich.

Andere Ursachen

Dass auch die Ernährung, beispielsweise Diäten, Einfluss auf den Mundgeruch nehmen kann, ist hinlänglich bekannt. Zwiebeln und Knoblauch verbreiten jedoch nur temporär unangenehme Gerüche. Lässt sich der Genuss dieser Lebensmittel nicht vermeiden, helfen gründliche Zahnreinigung, Mundspülungen u. ä.
Anders ist es bei Mundgeruch, der durch entzündete Rachenmandeln entsteht. Hier ist die Überweisung zu einem Facharzt für HNO erforderlich.

Was können Sie tun, wenn Sie unter Mundgeruch leiden?

Es gibt zahlreiche käufliche Produkte, die gegen Mundgeruch helfen sollen. Die Wahrheit ist: Sie überdecken ihn, beseitigen aber nicht die Ursache für Ihr Problem. Antibakterielle Mundspülungen können die Behandlung von Halitosis unterstützen, lösen das Problem aber ebenso wenig. Außerdem sollte man sie wegen der Nebenwirkungen, u. a. Zahnverfärbungen und Geschmacksstörungen, nur vorübergehend anwenden. Um Mundgeruch auf Dauer zu verhindern, brauchen Sie Rat und Hilfe vom Spezialisten.

Wenn Sie es nicht bereits getan haben, sprechen Sie Ihren Zahnarzt auf Ihre Situation an. Das ist ohnehin der einzig sichere Weg, überhaupt zu erkennen, in welchem Ausmaß Sie unter Mundgeruch leiden. Entwickeln Sie für sich selbst die Bereitschaft, den Ursachen von Mundgeruch auf den Grund zu gehen. Bedenken Sie dabei bitte, dass Mundgeruch immer ein individuelles Problem ist. Was bei anderen der Auslöser war, muss nicht automatisch auch bei Ihnen die Ursache sein. Ihr Zahnarzt wird mit Ihnen gemeinsam die richtige Strategie entwickeln, um wirksame Abhilfe zu schaffen.

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