Implantat-Lösungen2019-02-25T13:29:59+00:00

Implantat-Lösungen

Auch wenn die Wissenschaft immer wieder mit neuen Materialentwicklungen begeistert, gibt es für Zahnimplantate grundsätzlich die Wahl zwischen Keramik oder Titan. Zahnimplantate aus Reintitan haben Keramikimplantaten gegenüber deutliche Vorteile. Titanimplantate werden seit über 30 Jahren bei Zahnimplantationen eingesetzt. Entsprechend umfangreich sind die Erfahrungen. Bei Keramikimplantaten hingegen gibt es noch viele Unwägbarkeiten. Nur wenige wissenschaftliche Studien treffen z. B. Aussagen über deren Lebensdauer. Die Einheilphase ist bei Keramikimplantaten deutlich länger als bei denen aus Titan. Und auch bei der Implantation selbst und im Hinblick auf die Kosten gibt es große Unterschiede.

Unterschiede bei der Implantation

Bei Titanimplantaten können knochenaufbauende Maßnahmen und die Implantation selbst in einer OP vorgenommen werden. Bei Keramikimplantaten sind dafür zwei separate operative Eingriffe notwendig.

Unterschiede bei der Stabilität

Titanimplantate sind zweiteilig. Beide Komponenten werden miteinander verschraubt und gewährleisten so dauerhafte Stabilität für das Implantat. Keramikimplantate sind entweder ein- oder zweiteilig. Die einteiligen müssen für das Aufbringen des Zahnersatzes nachträglich beschliffen werden. Das kann zu Materialrissen und Materialermüdung führen. Zweiteilige Keramikimplantate werden geklebt, was ihre langfristige Stabilität in Frage stellt.

Unterschiede beim Einheilungsprozess

Reintitanimplantate gelten als biokompatibel und werden vom Gewebe nicht abgestoßen. Während der Einheilphase, der so genannten Osseointegration, sind sie vollständig vom Zahnfleisch bedeckt. Inzwischen wurden für Titanimplantate sogar mikrostrukturierte Oberflächen entwickelt, die das Einwachsen fördern.

Auch Keramikimplantate lösen keine allergischen Reaktionen aus, lassen sich aber nicht mit wachstumsfördernden Substanzen überziehen. Einteilige Keramikimplantate ragen statt dessen während der Einheilungsphase in den Mundraum des Patienten. So kann es nicht nur zu Wundheilungsstörungen bis hin zu Entzündungen des Kieferknochens kommen. Auch die frühe Belastung, der einteilige Keramikimplantate ausgesetzt sind, kann zum Misserfolg bei der Implantation führen. Um die herausragenden Keramikimplantate zu schützen, selbst vor Zungen- oder Wangendruck, müssen Patienten monatelang Kunststoffschienen tragen, die ein Verschieben des Implantats verhindern sollen.

Die Einheilungsphase bei Keramikimplantaten kann im Vergleich zu denen aus Titan schnell das Doppelte an Zeit benötigen.